Künstliche Intelligenz in der Schule – was Eltern wissen sollten
Digitale Medien und künstliche Intelligenz (KI) werden zunehmend im Schulunterricht eingesetzt. Programme können Texte, Hausaufgaben oder Präsentationen automatisch erstellen. Viele Eltern fragen sich zu Recht: Verbessert das wirklich das Lernen unserer Kinder – oder profitieren vor allem andere davon?
Lernen oder nur Ergebnisse liefern?
KI-Programme liefern schnell fertige Antworten. Dadurch entfällt häufig die eigene gedankliche Auseinandersetzung mit einem Thema. Eigenständiges Denken, Kreativität und Problemlösefähigkeit – zentrale Grundlagen für schulischen Erfolg – können dadurch geschwächt werden.
Lernen ist jedoch ein aktiver Prozess, der Zeit, Anstrengung und eigene Erfahrung erfordert.
UNESCO: Digitale Bildung dient oft den Herstellern
Ein zentraler Punkt des Artikels ist ein klarer Hinweis der UNESCO:
Laut dem Global Education Monitoring Report stehen bei vielen digitalen Bildungskonzepten nicht pädagogische Ziele, sondern wirtschaftliche Interessen der IT-Anbieter im Vordergrund.
Digitale Lernsysteme bringen für Hersteller mehrere Vorteile:
- langfristige Bindung von Schulen an bestimmte Plattformen
- umfangreiche Datensammlung über Lernverhalten
- Standardisierung von Unterricht durch Software
- Kostensenkung durch Automatisierung
Der pädagogische Nutzen für Kinder ist dabei nicht belegt.
Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche
Digitale Lernprogramme erfassen und analysieren das Verhalten von Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig weisen Fachleute auf ein erhöhtes Suchtpotenzial digitaler Medien hin, das sich auf Konzentration, Schlaf, psychische Gesundheit und soziale Entwicklung auswirken kann.
Was Fachleute empfehlen
Um Kinder zu schützen und Lernen sinnvoll zu gestalten, werden unter anderem folgende Leitlinien genannt:
- Smartphones möglichst erst ab ca. 14 Jahren
- Soziale Medien frühestens ab 16 Jahren
- Keine umfassende Datensammlung über Minderjährige
- Digitale Technik als Werkzeug – nicht als Lernersatz
- Mehr persönliche Kommunikation im Schulalltag
Fazit für Eltern
Digitale Medien sind Teil der Lebenswelt unserer Kinder. Ihr Einsatz in der Schule sollte jedoch kritisch, altersgerecht und pädagogisch begründet erfolgen.
Nach Einschätzung internationaler Experten profitieren derzeit oft die Anbieter digitaler Systeme stärker als die Lernenden selbst. Entscheidend für eine gesunde Entwicklung bleiben reale Erfahrungen, persönliche Beziehungen und aktives Mitdenken.
Quelle:
Nach Lankau R. Algorithmus und Avatar im Klassenzimmer – Hintergründe, Ziele und Perspektiven von Informationstechnologie und künstlicher Intelligenz in Schulen. Monatsschrift Kinderheilkunde. 2024;172:865–871.